Raceday
Was ziehe ich beim Marathon an? Der Raceday-Guide
Monatelang Training, dutzende lange Läufe, ein Plan für jede Verpflegungsstation. Und dann steht man am Abend vor dem Rennen vor dem Kleiderschrank und weiß nicht, was man anziehen soll. Hier ist der Guide, damit dir das nicht passiert.
Die goldene Regel: nichts Neues am Wettkampftag
Alles, was du beim Marathon trägst, solltest du vorher mindestens einmal auf einem langen Lauf getestet haben. Shirt, Hose, Socken, Schuhe, sogar das Startnummernband. Kilometer 30 hat ein sehr gutes Gedächtnis für jede Naht, die du vorher ignoriert hast.
Das Shirt: Funktion schlägt Baumwolle
Baumwolle saugt sich voll, wird schwer und reibt, sobald sie nass ist. Für das Rennen willst du ein Funktionsshirt aus leichtem, atmungsaktivem Material, das Schweiß nach außen transportiert und schnell trocknet. Achte auf flache Nähte und eine Passform, die weder flattert noch einschnürt. Bei Sonne hilft ein Stoff mit UV-Schutz.
Tipp: Wenn du dein Rennen im Shirt deiner Stadt laufen willst, bestell es rechtzeitig und lauf es vorher ein, statt es am Startmorgen auszupacken.
Scheuerstellen: das unterschätzte Problem
Über 42 Kilometer wird aus einer kleinen Reibung eine große Geschichte. Typische Stellen sind Achseln, Brustwarzen, Oberschenkel innen und der Rand vom Sport-BH. Ein Anti-Scheuer-Balsam oder Vaseline an diesen Stellen ist kein Luxus, sondern Pflicht. Viele Läufer kleben sich zusätzlich die Brustwarzen ab. Klingt komisch, erspart dir aber das ikonische Zielfoto mit zwei roten Streifen auf dem Shirt.
Kalter Start, warmes Rennen
Im Startbereich wartest du oft lange, und morgens ist es frisch. Nach ein paar Kilometern wird dir dagegen warm. Die Lösung ist eine Schicht, die du loswerden kannst: ein alter Pullover, den du kurz nach dem Start ablegst (bei vielen Läufen werden diese Kleidungsstücke eingesammelt und gespendet), oder ein Regenponcho bzw. Müllsack mit Loch für den Kopf. Zieh dich für das Rennen so an, dass dir beim Warten leicht kalt ist. Dann passt es ab Kilometer 5.
Socken und Schuhe
Laufsocken ohne dicke Nähte, die du kennst. Schuhe, die mindestens ein paar lange Läufe hinter sich haben, aber noch nicht durchgelaufen sind. Neue Carbonschuhe frisch aus dem Karton sind am Renntag eine Wette, die man selten gewinnt.
Kleine Dinge, die viel ausmachen
- Startnummer vorne gut sichtbar anbringen, ein Startnummernband spart Sicherheitsnadeln im Shirt
- Kappe oder Sonnenbrille bei Sonne, Sonnencreme auf Nacken und Schultern
- Gels oder Snacks dort verstauen, wo du sie im Laufen erreichst
- Kleidung für danach in den Kleiderbeutel: trockenes Shirt, warme Jacke, bequeme Schuhe
Und nach dem Rennen?
Dann hast du dir etwas verdient, das länger hält als die Medaille an der Garderobe. Ein Shirt mit der Skyline deiner Stadt und der 42,195 auf dem Rücken, zum Beispiel aus München, Berlin oder Hamburg. Du hast es dir erlaufen, also trag es auch.







